Obstbaumschnitt - von Apfelbaum bis Kirschbaum

Wir schneiden Ihren Obstbaum fachgerecht, ob jung oder alt, von Apfelbaum bis Kirschbaum. Ein fachgerechter Obstbaumschnitt führt nicht nur zu mehr Vitalität, sondern außerdem zu einer Arbeitserleichterung im Bezug auf die Ernte und qualitativ besseren Früchten. Ein gut gepflegter Obstbaum zahlt sich doppelt aus!

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Obstbaum schneidet?

Dann sind wir die richtigen Ansprechpartner! Als Obstbaumexperten sind wir für Sie im Raum Hameln-Pyrmont in Niedersachsen im Einsatz.

Melden Sie sich gerne telefonisch oder per E-Mail bei uns, alle Infos unter Kontakt.

Als professionelle Obstbaumpfleger sind wir viel auf Streuobstwiesen unterwegs, kommen wir oft bei Kunden in den Garten und sehen wir generell viele geschnittene und ungeschnittene Obstbäume. Was uns dabei auffällt ist, dass es rundum das Thema Obstbaum sehr viel Unwissenheit gibt und dass immer die gleichen Fragen auftauchen. Wir stehen in ständigem Austausch mit anderen Schnittprofis und bilden uns regelmäßig weiter, um auf dem aktuellen Stand in der Obstbaumpflege zu bleiben. Mit unserem Dienstleistungsgewerbe versuchen wir dem Verfall der Obstbaumkultur entgegen zu wirken.

Die wichtigste Fragen und Antworten haben wir hier für Sie zusammengefasst, damit Sie einen Einblick in die komplexe Welt der Obstbaumpflege bekommen.

1. Warum muss man Obstbäume schneiden?

Es gibt viele gute Gründe warum man Obstbäume schneiden muss. Ein Obstbaum ist eine Kulturpflanze und keine Wildpflanze. Um regelmäßigen Ertrag mit qualitativ guten Früchten zu erzielen, ist ein fachgerechter und naturgemäßer Obstbaumschnitt absolut notwendig.

Junge Obstbäume, die nach der Pflanzung nicht korrekt geschnitten werden, bilden kein stabiles und leicht zu pflegendes Kronengerüst. Die Obstbäume sind dadurch später nicht in der Lage die Früchte zu tragen und die Äste brechen frühzeitig ab. Dies kann letztendlich zum Absterben des Obstbaumes führen.

Werden alte Obstbäume für einen längeren Zeitraum nicht geschnitten, wächst der Baum vorerst zwar, wird aber nach und nach vergreisen, das heißt er bildet nur noch Fruchtholz und keine neuen Triebe mehr. Die Krone wird dann immer dichter, bekommt zu wenig Luft und Licht und wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Durch die Last der Früchte senken sich die Äste und sterben ab. Als Folge nehmen Krankheiten zu und die Fruchtqualität sinkt. Außerdem wandert die Ertragszone des Obstbaumes immer weiter nach oben, wo es sich schwer ernten lässt. Ein regelmäßiger fachgerechter Schnitt kann dies verhindern.

2. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Obstbäume zu schneiden?

Der Schnittzeitpunkt entscheidet über die Wirkung, d. h. ob der Austrieb des Baumes durch den Schnitt gefördert oder gebremst wird.

Der Winterschnitt fördert den Trieb des Obstbaumes und findet während der Saftruhe statt. Bis zu diesem Zeitpunkt versorgen Wurzel und Krone sich gegenseitig. Im Herbst bekommt die Wurzel einen starken Schub an Nährstoffen aus der Krone. Wird im Winter geschnitten und damit die Krone verringert, hat die Wurzel im Frühjahr ein Überangebot an Nährstoffen und der Baum treibt stärker aus.

Der Sommerschnitt hingegen bremst den Austrieb des Obstbaumes. Durch die Verringerung der Blattmasse werden im Herbst weniger Nährstoffe in der Wurzel gelagert. Der Austrieb im folgenden Frühjahr ist deshalb geringer als beim Winterschnitt. Vorallem Obstbäume mit sehr starkem Wuchs und vielen Wassertrieben, können so beruhigt werden. Außerdem ist die Wundverheilung im Sommer viel besser als im Winter. Gerade Kirsch- und Walnussbäume sind deshalb gute Kandidaten für den Sommerschnitt.

3. Wie oft muss man Obstbäume schneiden?

Wie oft man einen Obstbaum schneidet ist hauptsächlich von seinem Alter und den Schnittzielen abhängig.

In der Jugend wird ein Obstbaum am häufigsten geschnitten. Idealerweise findet der erste Schnitt direkt nach der Pflanzung statt, dies ist der sogenannte Pflanzschnitt. Anschließend folgt der Erziehungsschnitt. Dieser sollte die ersten 10-15 Jahre jährlich im Winter durchgeführt werden. Ziel bei dem Erziehungsschnitt ist eine stabile Krone, die leicht zu pflegen und leicht zu beernten ist. Danach beginnt der Erhaltungsschnitt alle 2-3 Jahre, später alle 5-7 Jahre. Ziel des Erhaltungsschnittes ist den naturgemäßen Kronenaufbau zu erhalten.

Leider sind die wenigsten Obstbäume von Beginn an richtig geschnitten worden. Trotzdem kann man bei den meisten Obstbäumen mit einem fachgerechten Schnitt über mehrere Jahre noch einiges erreichen. Bei Jungbäumen ist es in der Regel noch gut möglich, die Krone wieder in Form zu bringen. Bei Altbäumen kommt stattdessen der Verjüngungsschnitt zum Einsatz. Ziel des Verjüngungschnittes ist es, ein Gleichgewicht zwischen Neutrieb und Ertrag herzustellen. Dabei achtet mann besonders auf die Vitalität und Statik des Obstbaumes, damit man nicht zu stark zurück schneidet und der Baum zu viel austreibt. Ein fachgerechter Schnitt reduziert den Schnittaufwand in den Folgejahren.

4. Kann mann einen Obstbaum durch Schnitt klein halten?

Leider sind die Möglichkeiten, einen Obstbaum durch Schnitt klein zu halten sehr begrenzt. Ganz im Gegenteil sogar, denn der Schnitt regt das Wachstum des Obstbaumes an. Je mehr man zurückschneidet, desto mehr treibt der Baum wieder aus. Die Größe eines Obstbaumes wird hauptsächlich durch die Wurzeln und die Sorte bestimmt. Unabhängig vom Schnitt wird der Obstbaum immer danach streben, seine natürliche Größe zu erreichen. Lediglich durch Schnittzeitpunkt und Schnitttechnik kann man das Wachstum in begrenztem Maße einschränken. Dann heißt es allerdings dranbleiben, denn sonst kommt man gegen den natürlichen Willen des Baumes nicht an.

5. Warum sollte man lieber einen Obstbaumpfleger statt einem herkömmlichen Baumpfleger beauftragen?

Auch Obstbäume sind Bäume. Der fachgerechte Schnitt eines Baumes ist ein Arbeitsfeld der Baumpfleger. Man könnte als meinen, dass ein herkömmlicher Baumpfleger bestens ausgerüstet ist, um auch Obstbäume zu schneiden. Leider ist genau das in der Regel nicht der Fall. Denn, die Pflege eines Obstbaumes unterscheidet sich erheblich von einem herkömmlichen Baum. Das Wachstum von einem Obstbaum ist geprägt von der Fruchtbildung, was bei anderen Bäumen nicht der Fall ist. Dies hat große Auswirkungen auf die Stabilität und Vitalität des Baumes, was der Baumpfleger immer im Blick behalten muss und worauf er mit seiner Schnitttechnik reagieren muss. Diese besonderen Anforderungen werden in Regelwerken wie z. B. der ZTV-Baumpflege, oder in Ausbildungen in der Baumpflege-Branche nicht oder nur minimal berücksichtigt.

Ein Obstbaumpfleger erhält seine Sachkunde z. B. in einer Obstbaumwartausbildung. Solche mehrjährigen Ausbildungen vermitteln tiefgründiges Wissen über alle Bereiche der Obstbaumpflege. Dabei geht es nicht nur um den Obstbaumschnitt, sondern auch um eine fachgerechte Pflanzung und um spezielle Themen wie z. B. der Schnitt eines Kirschbaumes oder eines Walnussbaums. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf der praktischen Pflege großkroniger Obstbäume. Dabei ist jede Sorte individuell. Ein Boskoop oder ein Gravensteiner entwickeln sich z. B. zu breit ausladenden Apfelbäumen und brauchen dadurch viel Platz. Ein Obstbaumpfleger mit all seiner Erfahrung hat das im Blick und kann hierauf reagieren.

6. Wann ist der optimale Zeitpunkt, um einen Kirschbaum zu schneiden?

Bei dem optimalen Zeitpunkt, um einen Kirschbaum zu schneiden, kommt es erstmal auf sein Alter und Zustand an. Einen jungen Kirschbaum sollte man lieber im Winter schneiden, um eine stabile Krone aufzubauen und das Wachstum zu fördern. Einen nicht oder kaum vitalen alten Kirschbaum kann man auch im Winter schneiden, um ihn wieder anzuregen. Aber dann nur wenig und mit Vorsicht! Kirschbäume gehören zu den schnittempfindlichen Gehölzen, die ihre Wunden nur sehr schlecht abschotten und verschließen können. Der optimale Zeitpunkt, um einen vitalen alten Kirschbaum zu schneiden, ist daher eindeutig der Sommer. Beim Sommerschnitt kann die Verheilung der Wunden direkt begonnen werden. Beim Winterschnitt hingegen beginnt die Verheilung erst mit dem Austrieb im Frühjahr. Das ist häufig zu spät und es ist schon im Winter zu Schäden gekommen. Wer es besonders schlau macht, kombiniert das Schneiden des Kirschbaums mit der Ernte der Früchte. Dann können die Kirschen direkt von den geschnittenen Ästen vom Boden aus genascht werden!

7. Wie schneidet man einen Walnussbaum?

Erstmal stellt sich die Frage, ob ein Walnussbaum überhaupt geschnitten werden muss. Viele Gründe warum man Obstbäume schneidet, treffen bei einem Walnussbaum nicht zu. Walnussbäume sind von Natur aus meistens sehr starkwüchsig und bilden ein stabiles Kronengerüst. Das muss mit einem Schnitt nicht angeregt werden. Außerdem sammelt man die Nüsse vom Boden auf und sind Nüsse, die im Schatten ausreifen, genauso genießbar wie Nüsse, die in der Sonne ausreifen. Zudem sind Nüsse auch noch leichter als z. B. Äpfel. Ein Walnussbaum braucht also nicht zwingend eine offene, leicht begehbare Krone. Dennoch kann unter Umständen ein Schnitteingriff sinnvoll sein, z. B. um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, wo Totholz entfernt, statische Fehlentwicklungen korrigiert und angrenzende Gebäude freigeschnitten werden müssen.

Wenn ein Walnussbaum geschnitten werden muss, sollte man unbedingt die besonderen Anforderungen kennen! Ein Walnussbaum gehört zu den schnittempfindlichsten Gehölzen und kann seine Wunden nur schlecht abschotten und verheilen. Große Wunden an Stamm oder Hauptästen sind bei einer Walnuss absolut tabu. Am besten immer auf einen Versorgungsast ableiten. Außerdem spielt der Zeitpunkt des Schnitts eine große Rolle. Wird z. B. im Frühling geschnitten, tritt aus den Wunden eine wässrige Flüssigkeit aus und verliert der Baum Nährstoffe, was den Baum schädigen kann. Einen jungen Walnussbaum schneidet man am besten im Frühsommer, damit der Baum nicht zu stark reagiert. Einen Altbaum wiederum schneidet man am besten im Sommer, wo die Wundverheilung optimal ist.

8. Kann mann einen Apfelbaum bei Frost schneiden?

Viele Leute denken, dass Obstbaumschnitt bei Frost dem Baum schadet. Inzwischen weiß man es allerdings besser. Denn der Winterschnitt bei Minustemperaturen schadet dem Obstbaum überhaupt nicht. Natürlich existieren frostbedingte Schäden wie z. B. Frostrisse. Allerdings werden diese nicht durch den Schnitt begünstigt.

Für Baumpfleger sind die Wetterverhältnisse schon eher eine Herausforderung. Sprödes Holz und Eis auf den Ästen erschweren das Klettern im Baum erheblich. Und natürlich heißt es extra warm anziehen!

9. Wie schneidet man einen Apfelbaum mit vielen Wassertrieben?

Wenn ein Apfelbaum viele Wassertriebe bildet, dann ist das eine Reaktion auf einen falschen Schnitt. Wassertriebe entstehen, wenn ein Apfelbaum im Winter zu stark geschnitten wird. Ein Obstbaum benötigt ein Gleichgewicht zwischen Wurzel und Krone. Wenn in der Krone viel entnommen wird, versucht der Apfelbaum alle verlorenen Triebe wieder herzustellen und treibt aus jede Pore mit langen senkrechten Trieben wieder aus. Diese Triebe werden Wassertriebe genannt. Oft werden die Wassertriebe dann im nächsten Jahr wieder entfernt. Dies ist aber definitiv nicht zielführend, weil der Baum dann immer noch nicht in Gleichgewicht ist und erneut Wassertriebe bildet. Diesmal sogar noch mehr, weil bei jedem Astansatz von den entnommenen Trieben erneut mehrere neue Triebe aus den schlafenden Knospen treiben.

Wassertriebe entfernt man am besten mit einem Sommerriss. Im Sommer reißt man die unerwünschten, jungen Wassertriebe samt Astansatz aus dem Apfelbaum. Die kleinen Wunden verheilen im Sommer problemlos. Wichtig ist aber auch, dass man einige Wassertriebe stehen lässt, damit der Apfelbaum wieder ins Gleichgewicht kommen kann. Dafür braucht er die vielen Blätter der Wassertriebe. Eine gute Möglichkeit Wassertriebe zu erhalten ist das runter binden oder brechen in die Waagerechte. Waagerechte Triebe bilden viele Blütenknospen und so entsteht das Fruchtholz von Morgen. Andere Wassertriebe können wiederum als neue Leitastverlängerung gezogen werden. Nur die Wassertriebe, die sehr ungünstig stehen, reißt man aus.

10. Wie erkennt man einen guten Obstbaumpfleger?

Oft werden wir gefragt, wie man denn einen guten Obstbaumpfleger erkennt. Hierauf gibt es natürlich keine pauschale Antwort. Aber wir können zumindest ein paar Hinweise geben, worauf man achten sollte.

Das Wichtigste zuerst: eine Motorsäge hat im Obstbaum wenig zu suchen! Denn zum einen sollte man niemals so große Wunden schneiden, dass man eine Motorsäge benötigt und machen Motorsägen auch keinen sauberen Schnitt. Dadurch ist der Einsatz von Motorsägen meistens nicht sinnvoll. Außerdem verleiten Motorsägen dazu, zu viele und zu große Äste zu kappen, was den Obstbaum schädigt. Nur wenn man aus statischen Gründen oder aufgrund der Verkehrssicherungspflicht einen großen Ast entfernen muss, kann man eine Motorsäge einsetzen. Das sind aber wirklich nur Ausnahmefälle! Ein guter Obstbaumpfleger sägt hauptsächlich mit einer Handsäge.

Ganz oft sieht man auch, dass große Wunden geschnitten und dann mit chemischen Wundverschlussmitteln zugeschmiert werden. Hier heißt es: Finger weg! Diese Wundverschlussmittel haben sich in der Obstbaumpflege überhaupt nicht bewährt und deren Einsatz ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Unter Einfluss von UV-Strahlung bilden sich kleine Mikrorisse in der Schicht und können Pilzsporen leicht eindringen. Dann fault es besonders schnell, denn unter dieser Schicht herrscht das optimale Klima für Pilze und Schädlinge. Ein guter Obstbaumpfleger setzt natürlichen Lehm zur Wundbehandlung ein. Lehm hat eine antibakterielle Wirkung, schützt die Wunde, aber lässt sie weiterhin atmen und reguliert die Feuchtigkeit, was das Eindringen der Pilze erschwert.

Oft hört man auch den Spruch: Alles Totholz muss raus! Das stimmt so nicht. Totholz muss nur entfernt werden, wenn es die Verkehrssicherheit oder die Statik des Baumes gefährdet oder bei der Ernte und Pflege des Baumes stört. Totholzentfernung macht ansonsten nur Sinn bei kleinen Ästen und vitalen Bäumen, wo sicher ist, dass der Baum die Wunden auch rechtzeitig wieder verheilen kann. Bei der Entfernung von großen Ästen beschleunigt man die Fäulnis sogar, da man durch die Entnahme des Totholzes die Wunde und dadurch auch den Pilzeintritt dichter an den Stamm bringt. Ansonsten bietet Totholz einen tollen Lebensraum für Tiere und sollte aus Naturschutzgründen nicht entfernt werden. Ein guter Obstbaumpfleger lässt Totholz wenn möglich im Baum und schneidet es nur aus gutem Grund raus.

11. Am Ende muss man einen Hut durch den Baum werfen können, oder?

Ständig hört man den Spruch „Am Ende muss man einen Hut durch den Baum werfen können“. Ein Irrglaube. Wenn man nach dem Schnitt einen Hut durch den Baum werfen kann, hat man in der Regel viel zu viel weggeschnitten. Der Apfelbaum reagiert dann mit einem viel zu starken Austrieb, was wiederum zu einem erhöhten Schnittaufwand führt. Außerdem wurde dann meistens das Innere des Baumes zu kahl geschnitten. Und wenn man nicht zu zaghaft war, oft auch noch mit zu großen Wunden. Licht und Luft sollen in die Krone rein, aber lassen Sie den Hut lieber zu Hause!

Obstbaumpflege im Sommer
Apfelbaum geschnitten und gepflanzt
Anlegen einer Streuobstwiese
Pflanzloch vorbereiten für die Pflanzung von Apfelbäumen